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Hallo Zusammen
Wie versprochen, lasse ich ab und an etwas von mir hören.
Wie vielleicht die einen oder die anderen bereits erfahren habe, bin ich nun seit dem 28.04.2009 in good old Scottland. Es ist einfach atemberaubend. Ich könnte Stundenlang durch die Gegend fahren und die Natur bestaunen. (Was ich ja eigentlich auch mache.) Wobei das Naturbestaunen dann eher in ein Sicherheitsrisiko ausartet. Erst musste oder besser muss ich mich an die Tücken des Schottischen Verkehrs gewöhnen. Es ist nicht wie vielleicht der ein oder andere denkt das komische Gefühl auf der falschen Strassen Seite zu fahren. Daran gewöhnt man sich relativ schnell. Es sind die kleinen Dinge die man das letzte Mal im Fahrschulunterricht gehört hat. (Welcher Linie man nachzuschauen hat um eine schöne Kurve zu fahren ect.)
Ich kann eigentlich jedem empfehlen nach Schottland per Auto/Bus oder per Bahn zu reisen. Die Landschaft nur schon in England ist wunderschön (Sogar noch schöner als bei den Rosamunde Pilchner Filmen). Richtig herrlich wird es dann aber in Schottland. Ich glaube nicht dass es in Schottland eine Vegetation gibt die es sonst nirgends gibt. Aber über Strassen zu fahren die landschaftlich zu einer Passstrasse in der Schweiz passen, durch Wälder und entlang von Seen die so auch in Kanada vorkommen, an Kargen stürmischen Küsten wie man sie von der Westküste Südamerikas kennt und das alles innerhalb von 30 Minuten ist schon einzigartig.
Als ich mich also nachdem meine Erkältung kuriert und ich mir ein paar schöne Tage in Inverness/ Nairn gegönnt habe machte ich mich am 03.05. auf den Weg um das Land zu erkunden. Erste Station war Oban. Leider war das Städtchen dicht bis obenhin und mein Campingplatz ein Paar Meilen ausserhalb gelegen. Somit habe ich von Oban nicht all zu viel gesehen. Wirklich fies wurde es dann gegen Abend. Hatte ich bis dahin immer ziemliches Wetterglück (von ein paar spontanen Regengüssen abgesehen aber die gehören halt einfach dazu) fing es genau an diesem Abend an zu stürmen. Mein Campingplatz schön auf einem Felsen direkt an der Küste, war den Elementen schutzlos ausgeliefert. Nichts mit Rumlaufen und Fotografieren. Das einzige was mir noch übrig blieb, war aus dem Fenster glotzen und dem Regen zuschauen. (Nun weis ich, dass es mindestens sieben verschiedene Regenarten gibt.)
Mit schlafen war dann in dieser Nacht auch nicht mehr viel.
Der art gestärkt, machte ich mich auf den Weg nach Campbeltown. Diese Kleine Stadt am Südende einer Halbinsel war noch verregneter als Oban. Trotzdem Scheint sie einen gewissen Charme zu haben. Leider kann ich das nicht mit Bestimmtheit sagen, da man durch die Regenwände nicht allzu weit sehen konnte. ;-) Ich werde aber mit Sicherheit noch einmal nach Campbeltown gehen aber diesmal mit Fahrrad und bei schönerem Wetter.
Da sich die Wetterlage nicht zu bessern schien, entschied ich mich wieder rauf nach Oban zu donnern, da die Campingplätze auf der Halbinsel alle ein wenig spärlich eingerichtet sowie alle unmittelbar an der Küste lagen.
Leider waren alle Campingplätze rund um Oban voll und ich musste mich immer weiter nach Norden durch schlagen. Als ich dann endlich einen Campingplatz fand, störte es mich auch nicht wirklich dass der Besitzer Wahrscheinlich ein leichtes Porzellan Syndrom hat und genau so gut im BATES Motel hätte arbeiten können. (Nicht das ich ihm etwas unterstellen möchte. Jhonni ist echt freundlich nur halt einfach ein wenig sonderbar.)
Da ich zwar von der Rumfahrerei ein ziemlich geschlaucht aber eigentlich nicht wirklich müde. Deshalb beschloss ich den örtlichen Pub aufzusuchen. Dies war mein erster abendlicher Pub Besuch, da die Campingplätze alle ausserhalb von gar nichts waren und ich leider immer noch kein Fahrrad gefunden hatte. Nur war dieser Pub nicht das was man sich gemeinhin unter einem Englischen Pub vorstellt. Es erinnerte eigentlich eher an einen Hotel Salon mit Kamin und so. (Was es dann auch war wie sich später herausstellte.) Zu Anfang war ich der einzige Gast. Was mich nicht daran hinderte mir friedlich ein paar Pints Ale einzuverleiben. Im verlauf des Abends hatte sich die Anzahl der Gäste durch das Eintreffen von Tom (Er sieht aus wie Humphrey Bogart in Casablanca einfach ein wenig älter) Verdoppelt. Zudem stiess ein Philippinischer Angestellter des Hotels noch dazu was eine ganz angenehme Runde zum Trinken darstellt. (Was wir dann auch gemacht haben).
Am nächsten Tag, gut ausgeschlafen und fit wie ein Turnschuh, machte ich mich auf den Weg nach Fort William. Wäre sicher ne schöne Stadt wenn der Regen … (Hatten wir alles schon.) Fort William bezeichnet sich selber als die Outdoor Metropole Schottlands was in diesen Tagen sicherlich zutrifft da dort irgend so ein Motocross Dings durchgeführt wird. In einer Stadt so gross wie vielleicht Sursee gab es nicht weniger als 5 Outdoor Läden welche alle praktischerweise am ausverkaufen waren. Leider hatte ich meinen Plunder beisammen und somit keinen Bedarf an Shopping. Am späteren Nachmittag wieder zurück nach Duror (ihr wisst noch: BATES Motel Jhonni) da ich noch mit Tom und Steven (so heisst der Philippino der aber den derbsten Londoner unterschicht Slang spricht den man sich vorstellen kann.) abgemacht hatte. Tom ist dann nicht aufgetaucht aber es wurde auch so ein schöner Abend. Da mir Schampso (der Geschäftsführer dieses Hotels) angeboten hat seinen Internet Zugang zu benutzen, sitz ich jetzt schon wieder hier im Hotel und kann endlich meine Mails versenden.
Stefan Schöpfer
Roter Bus
Irgendow in Schottland
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