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Hallo zusammen
20.05.2009
Ist schon ein weinig länger her seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Dies ist dem Umstand zu verdanken dass ich die letzten Tage bitte Festhalten gearbeitet habe.
Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, als ich von einem Hotel (www.stewarthotel.com <http://www.stewarthotel.com/> aber glaubt nichts auf der Website. Ich möchte doch arg bezweifeln, dass er Schuppen drei Sterne hat.) schrieb welches in der Mitte vom Nirgendwo aber in der Nähe vom BATES Camping liegt???
In diesem Hotel welches ja das letzte mal schon schön genug zum Trinken war, werde ich in den nächsten Monaten als Junge für alles arbeiten. Wie es dazu kam und so weiter und so, darauf kommen wir später zu sprechen. Erst muss ich noch auf die Hauptdarsteller dieser Real live Comedy Show eingehen:
Steven (Codename Barney Rubble oder auf Deutsch: Barney Geröllheimer)
Er ist der andere Arbeiter im Hotel und nicht wie ich das letzte Mal annahm ein Filipino sonder ursprünglich ein Inder. Er ist aber in England geboren und spricht wie erwähnt den Derbsten Londoner Slang den man sich vorstellen kann. Er hat schon in diversen Bars gearbeitet und kennt das Metier eigentlich von Grund auf. Er ist aber im Moment der Chef Maler und ich sein Gehilfe. Er ist vierundreissig oder so sieht aber aus wie Anfang zwanzig und hat zwei Kinder. (Von zwei verschiedenen Frauen was mit ein Grund ist weshalb er sich im Moment mit mir in der Mitte vom Nirgendwo befindet.)
Er regt sich relativ häufig über unseren Boss auf (was ich ihm nicht übel nehmen kann. Dazu weiter unten mehr) und muss sich mehrmals Täglich mit der Ohrläppchenmassageberuhigungstechnik runter holen. Da sein Vater in der Gegend südwestlich von London mehrere Pubs besitzt, weis er meistens auch von was er spricht.
Shampsoul (Codename Dino oder Jabba Bings):
Meine Damen und Herren. Es ist mir eine ganz besondere Ehre Ihnen den Hauptdarsteller dieser Show vorzustellen. Klein, bebrillt, nervös in der Gegend rum wuselnd entspricht er so in etwa dem Klischee den man sich so von einem Nervösen Inder macht. Was absolut genial ist, ist das er das Hotel Gewerbe nicht kennt und auch nicht gelernt hat sondern bei ein paar bekannten über die Schulter geguckt hat und sich fleissig Notizen gemacht hat. Nur würde es mich wunder nehmen was er den notiert hat. Das Salatsaucen Rezept? Was mich bei ihm wirklich am meisten beeindruckt, ist dass er ständig ca. 10 cm neben der Spur zu laufen scheint. Steven meint, er sei genau wie Basil aus Fawlty Towers (muss irgend so ne Sitcom aus den Siebzigern sein welche hier oben jeder zu kennen scheint. Jeder den er darauf anspricht scheint Basil zu kennen.)
Wenn er irgendeine Geschichte erzählt, und glaubt mir das er das so was von nicht kann, dann entfernt er sich immer weiter von der eigentlichen Handlung der Geschichte und verheddert sich in Details. Gleichzeitig beschleunigt er seine Worte dermassen, dass ich schon mehrmals vor Angst erzitterte seine Stimmbänder würden die die Schallmauer durchschlagen. (Was in einem geschlossenen Raum sehr gefährlich sein kann.) Auch haben seine Geschichten nichts von dem was man von einer guten Geschichte erwarten würde. Nichts witziges, nichts Unbekanntes und das wollen wir mal nicht vergessen auch keine tiefgehenden philosophischen Einsichten. Nichts. Nothing. Nada. Wenn nicht das immer schneller sprechen wäre, würde ich wohl an der Bar einschlafen wenn er eine Story erzählt.
Zudem beginnt er jedes Mal irgendwo in grauer Vorzeit mit seinen Storys. Diese zwei Eigenschaften zusammen bedeuten also in letzter Konsequenz, dass man am Morgen eine Frage stellt und pünktlich nachmittags um vier die Antwort kriegt. Auch ist er unbelehrbar: Er spielt mit dem Gedanken sein Hotel auch im Winter geöffnet zu lassen. Dafür braucht er aber ein wenig lokalen Pub Umsatz. Nur meidet die lokale Bevölkerung den Pub wie der Teufel das Weihwasser. Einzig Tommy (ihr wisst noch der Typ der Aussieht wie Humphrey Bogart) kommt ab und an auf eine Partie Pool vorbei. Wenn man ihm aber sagt dass ein wenig Höflichkeit, ab und an mal n Bier aufs Haus und ev. einen lokalen Barkeeper wunder wirken würde, stellt er auf Stur nur um vielleicht ne halbe Stunde später wieder zu fragen wie man die lokale Bevölkerung in den Pub kriegen würde.
Das Hotel ist die nächsten fünf Nächte ausgebucht aber Shampsoul hat tatsächlich nur einen Tank Bier bestellt.
In der Komparserie hätten wir noch Shampsouls Frau Shelma, auf welche ich aber nicht weiter eingehen werde, da sie zwar ganz in Ordnung zu sein scheint, aber ich mit ihr in etwa so viele Worte gewechselt habe wie man Durchschnittlich in einem Morgenpendlerbahnabteil mit seinem Unbekannten gegenüber wechselt.
Sowie einen Pfau namens Richi welchen ich kurzerhand auf Abendessen (Dinner) umgetauft habe da er jeden morgen punkt halb sechs anfängt seine beiden Damen zu bezirzen. Aber so verzweifelt wie der in der Gegend rum schreit scheint er nicht wirklich Erfolg zu haben.
Das wär’s. Die Belegschaft wäre somit vorgestellt. Nächste Woche sollten noch ein paar Bangladeschis auftauchen welche, wie so vieles, ein wenig zu spät dran sind. Ich freu mich jetzt schon darauf das Hotel mir ca. 10 Bangladeschis zu teilen. Wenn die mal richtig loslegen, hört sich ihre Sprache an wie ein defekter Geigerzähler. Als wir die Lobby gestrichen haben hat Shampsoul etwa eine Stunde via Skype nach Bangladesch telefoniert. Volle Lautstärke, ein nicht endenwollendes Takalakalakalakatatakala…… Nach ungefähr zehn Minuten vergisst du Raum und Zeit. Nach etwa dreiviertel Stunde näherst du dich dem Nirwana. Nach einer Stunde wünschst du dir, du könntest endlich ins Nirwana eingehen. Monotone Gelaber eine Stunde anzuhören ist eigentlich ein Fall für den Internationalen Menschenrechtsgerichtshof.
21.05.2009
Da wir gestern die Rezeption fertig Gestrichen haben (Ja ich bin als Malergehilfe, Sanitär, Kellner, Tellerwäscher und Raumreiniger tätig. Wahrscheinlich wird noch Gärtner und so dazu kommen.)
Muss ich heute erst um 12 Uhr beginnen. Die letzten paar Tage waren auf der einen Seite sehr Lustig, auf der anderen Seite aber auch ein wenig anstrengend. Lustig war die Arbeit mit Steven. Wir lachen uns den halben Tag beinahe kaputt über Shampsouls tägliche Verwirrtheit. So erinnert die Farbe welche wir hier an die Wände schmieren an ein leicht ausgebleichtes Schweinchenrosa und die Farbe welche wir für die Badezimmer nehmen durften würde man eher in Donnerbalken und Nasszonen Bereich einer Strafvollzugsanstalt erwarten als den in einem Hotel. Ein ins Blau gehendes Navi grau (wie die US Navi ihre Schiffe anpinselt) und das ganze dann noch ein wenig ausbleichen. Anstrengend war der Abend. Steven möchte bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgehen um aus dem Hotel zu kommen. Ich hätte definitiv nichts dagegen mal einen Abend ohne Ale und Whisky verweilen zu können. Vielleicht wird’s ja heut was.
Ich habe mir für die Zeit im Hotel ein neues Hobby Zugelegt. Jedes mal wen Shampsoul beginnt mit einer Ellllllllllllllllllen langen Geschichte, verbeisse ich mich in einem Detail, bis sogar er vergessen hat was er eigentlich sagen wollte. Ich weis nicht wie wir darauf gekommen sind, jedenfalls referierte er dass man in Amerika zum Bauer gehen, auf ein Huhn zeigen und sagen kann dass man genau dieses Huhn haben möchte. Und der Bauer würde einem genau dieses Huhn an Ort und Stelle schlachten. Als ich dann ein wenig konsterniert fragte, was er denn gegen genau dieses Huhn gehabt habe, war er doch ein wenig aus dem Konzept, Steven am Boden vor lachen und die Geschichte etwa um ein bis zwei Stunden kürzer da fertig. Ich hatte schon bemerkt dass er immer schneller zu sprechen begann und sich langsam der Schallmauer näherte und wollte eigentlich nicht dass ihm der Kopf platzte. Zu dem hat er eine extreme Bewegungsstörung. Seine Beine beginnen bereits zu laufen während sein Mund sich noch wacker durch eine Geschichte kämpft. Das ist vielleicht nicht schlecht wenn man so viel quasselt, sonst würde er ja gar nirgends hin kommen. Es ist aber sehr lustig wenn er irgendetwas beginnt zu erzählen und weiter erzählt obwohl seine Beine bereits auf dem Weg in einen anderen Raum sind. (Ist auch möglich dass seine Füsse vor diesem Gelaber fliehen wollen) Man kann ihn dann noch ein paar Sekunden weiter reden hören bevor die Türe ins Schloss fällt. Zudem lautet sein Lieblingssatz: „No Problem“. Es scheint ihm ziemlich egal zu sein, wie die Nachricht lautet. Die Antwort wird no Problem sein. Shampsoul wir haben kein Bier mehr. No Problem. Shampsoul das Hotel brennt. No Problem. Ich wäre mal gespannt was den passieren müsste das er ein Problem hat. Ich hoffe ich werde es nie raus kriegen. Dies Ereignis müsste global, total vernichtend und atemberaubend grausam sein damit er ein Problem hätte. Wahrscheinlich weil er in einer Geschichte unterbrochen würde. Was ich ganz vergessen habe ist zu erwähnen dass das ganze in einem Munteren Indischen Singsang daher kommt. Könnt ihr euch noch an Viktors Spätprogramm erinnern? Da spielte er doch so einen Inder. EXAKT in dem Stil labert Shampsoul.
Auch möchte ich irgendeinmal raus finden wie dieser Mensch tickt. So hatte er gestern auf einmal die Idee, er könnte auf der Bank Geld aufnehmen und die Bar vergrössern. Ich und Barney haben uns nur angeguckt, die Ohrläppchen massiert und ihn gefragt was er mit dem Raum denn machen wolle. Die Bar ist ja jetzt schon leer. Ich hoffe wir konnten ihn davon überzeugen, erst mal die Bar mit Gästen zu füllen und wenn er dann keinen Platz hat zu erweitern. Er soll lieber Geld ausgeben um z.B. die Badezimmer zu sanieren.
Stefan Schöpfer
Roter Bus
Hinterm Stewardt Hotel in der mitte vom Nirgendwo
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